Aktivitäten 2013

Hier finden Sie Berichte aus dem Geopark zu den Aktivitäten des Geoparkbüros, Nachlese zu Veranstaltungen etc. aus dem Jahr 2013.

GeoErlebnis-Zentrum im Besucherzentrum der Geschäftsstelle in Döbern eingeweiht

Nach intensiven zweimonatigen Arbeiten an und in der Geschäftstelle in Döbern konnte am 18.12.2013 das GeoErlebnis-Zentrum des Geoparkes Muskauer Faltenbogen eingeweiht werden. Rund 35 geladene Gäste, darunter neun Kinder aus der Grundschule in Döbern und ihre Geografielehrerin Frau Labsch, nahmen an der offiziellen Übergabe der Räumlichkeiten an die Öffentlichkeit teil.

Das Amt Döbern-Land hatte für die Sanierung und für Malerarbeiten an der Fassade, den behindertengerechten Zugang und die Ausstattung des GeoErlebnis-Zentrums Lotteriemittel des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MIL) in Höhe von 17.250 EUR erhalten. Durch die Neugestaltung der Fassade im Corporate Design des Geoparkes, das Geopark-Logo und den dreisprachigen Schriftzug ist das Gebäude nun weithin als Sitz der Geschäftsstelle zu erkennen. Grüne und ein braunes Infoschild weisen auf das Gebäude als Touristen- und Informationszentrum hin. Für Barrierefreiheit wurde durch die Neigung der Zuwegung des Eingangsbereiches gesorgt.

Im Foyer der Geschäftsstelle entstand das Geo Erlebnis-Zentrum. Neugierig und unbefangen nahmen die Schüler der fünften Klasse dieses sogleich in Beschlag. Der sogenannte „Lausitzer Buddelkasten“ zog die Mädchen magisch an, die sich gemeinsam mit ihrer Lehrerin daran machten, die Schätze des Untergrundes zu erkunden. Glasmurmeln und Nuggets symbolisieren das Vorkommen von Glassand im Muskauer Faltenbogen, Keramikscherben stehen für die hochwertigen Tone. Braunkohle, Findlinge und Raseneisensteine komplettieren den Reigen der wichtigsten Rohstoffe im Geopark. Einen kleinen Schatz durften die Kinder jeweils mit nach Hause nehmen.

Das zentrale Element des Raumes bildet der große Tisch. Die Exponate unter den Vergrößerungsgläsern und Kaltlichtlupen, die Dünnschliffe unter den Mikroskopen und die Bestimmungshilfen für Minerale und Gesteine wurden von den Kindern intensiv begutachtet und hinterfragt. Diese Ausstattungsstücke werden auch künftig vor allem im Bereich der schulischen Bildung und für Ferienangebote zum Einsatz kommen, um exemplarisch geowissenschaftliche Arbeitsmethoden zu erläutern und die Neugier auf die Geologie und Mineralogie im Allgemeinen zu wecken. Die begleitende Ausstellung in den Vitrinen zeigte den Schülern und Gästen anschaulich die Bildung von Energierohstoffen wie Kohle und Erdöl aus organischen Massen. Typische Fundstücke aus dem Faltenbogen und Gesteine aus ganz Deutschland konnten in der zweiten Vitrine und in der Apothekerkommode entdeckt werden. In letzterer verbergen sich besonders typische Gesteine aus anderen Geoparken in Deutschland und wecken die Lust auf Wanderungen in die Erdgeschichte weit über die Region hinaus. Der Zeitstrahl, der die Entstehung des typischen Lausitzer Lockergesteinsuntergrundes, das Zeitalter des Quartärs und die Entwicklung der Kulturlandschaft in drei Epochen darstellt, wird im Januar 2014 das GeoErlebnis-Zentrum ergänzen.

Nach dem ausführlichen Streifzug durch das GeoErlebnis-Zentrum lud abschließend die Leseecke ein, sich in kuscheliger Atmosphäre selbständig Wissen anzueignen. Die Jungs der fünften Klasse blätterten interessiert in den zahlreichen Büchern und Heften, die ihre gesammelten Kenntnisse zu Erdgeschichte, Eiszeit und Mammuts, Geologie und Gesteinsbestimmung preisgeben. Mit den selbstentworfenen GeoQuiz und Tests konnte anschließend das im GeoErlebnis-Zentrum angeeignete Wissen abgefragt werden.

Als Gäste konnte die Geschäftsstelle neben den Kindern Herrn Dr. Linke, Beigeordneter des Landkreises Görlitz, Herrn Napiórkowski, Mitarbeiter des Landrates des Landkreises Zary, Herrn Bräse vom Landkreis Spree-Neiße, neben Herrn Quander weitere Vertreter des Amtes Döbern-Land, den Weißwasseraner Oberbürgermeister Pötzsch und Herrn Schneider von der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg sowie Vertreter der Confiserie Felicitas und der Cristalica GmbH begrüßen. Vielen Dank für Ihr Kommen!

Mit dem GeoErlebnis-Zentrum bietet der Geopark Muskauer Faltenbogen nun erstmals ein interaktives Mitmachzentrum an, in dem künftig ebenso eine Unterrichtsstunde wie auch Ferien- und Freizeitaktivitäten stattfinden können. Als Indoorangebot lädt es vor allem im Winter ein, durch die Erdgeschichte im Großen und die Heimatgeschichte im Kleinen zu stöbern. Gäste sind unter der Woche von 9 – 15 Uhr herzlich willkommen. Schulklassen, die das Angebot im Rahmen des Unterrichts nutzen wollen, haben die Möglichkeit der Führung durch das GeoErlebnis-Zentrum und können mit verschiedenen Modulen arbeiten. Dazu ist eine vorherige Anmeldung in der Geschäftsstelle nötig.

Die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle danken dem Amt Döbern-Land für die finanzielle und inhaltliche Unterstützung und den beteiligten Firmen für ihre großartige Arbeit! Ein besonderer Dank gilt den Sponsoren, die spontan für die Ausrüstung des GeoErlebnis-Zentrums unentgeltliche Ausstattungsgegenstände und Bildungslektüre zur Verfügung stellten!

Beteiligte Firmen:

Malerfachbetrieb Baran, Tschernitz OT Wolfshain

Neusch Bau GmbH, Spremberg / Hornow

Sponsoren:

HAMMER Fachmarkt Weißwasser

Hugendubel Buchhandlung Weißwasser

Sägewerk Weißwasser

Tag des Geotops

Am bundesweiten Tag des Geotops am 15. September 2013 beteiligte sich der Geopark Muskauer Faltenbogen mit einer Wanderung in das Geo- und Biotop Reuthener Moor. Auf vier Stunden drehte sich alles um die Entstehung und Entwicklung von Mooren, die biologische und geologische Vielfalt der Region und – natürlich – um den Muskauer Faltenbogen und seine eng mit den Rohstoffen verknüpfte Industriegeschichte.

Ausgangs- und Endpunkt der Wanderung waren das Kavaliershaus im Gutspark in Reuthen. An der Wanderung nahmen 32 Personen teil, darunter fünf Kinder, sowie die drei Mitarbeiter des Geoparkbüros mit einer Praktikantin und ein Vertreter des NABU. Die bunt gemischte Teilnehmerschar erfuhr viel über das Reuthener Moor und die Verwendung der Torfe in der Vergangenheit als Brennstoff. Die heute wissenschaftlich gut untersuchte und begründete Stellung der Moore als wichtiger Wasserspeicher mit hohem ökologischen Faktor erklärt, warum der Schutz der Moore so wichtig ist. Auch im Reuthener Moor erfolgten Sanierungsmaßnahmen, die eine Wiedervernässung anstreben und damit das durch die Entwässerung und den Torfabbau verloren gegangene sensible Gleichgewicht wieder herstellen helfen sollen.

Neben dem Besuch am Moor gab es Abstecher zu weiteren Geotopen. An der Kiesgrube Reuthen hatten vor allem die Kinder zu tun, möglichst viele verschiedene Gesteine zu sammeln, um das Thema Gesteine des Tieflandes besser darstellen zu können. Am Finkenstein wurden die Wirkung der Eiszeiten und ihre charakteristischen Hinterlassenschaften vorgestellt. Am Kohleaufschluss an der Geologietour hatten die Teilnehmer Gelegenheit, einen Blick in das "Innere" der Erde zu werfen.

Geopark beim Partner Waldeisenbahn zu Gast


Von seiner wissenschaftlichen Seite zeigte sich der Geopark am 31. August und 1. September beim Waldbahnfest unseres Partners Waldeisenbahn Muskau GmbH.

Der Geopark Muskauer Faltenbogen hielt dieses Mal vor allem etwas für junge Forscher und Entdecker bereit. Spannende Experimente wurden durchgeführt, Dünnschliffe konnten mikroskopisch erkundet, zahlreiche Gesteinsproben begutachtet und mit Kohle gezeichnet werden. Die Kinder und auch die Erwachsenen staunten nicht schlecht, wie spannend Geowissenschaften sein können. In zahlreichen Gesprächen am Rande wurde eifrig nachgefragt und persönliche Geschichten zur historischen Entwicklung des Faltenbogens beigesteuert. Flyer und Prospekte waren gefragte Produkte, insbesondere die neue geotouristische Übersichtskarte wanderte oft in die Rucksäcke und Jackentaschen der Standbesucher. Geoparkführer Jürgen Siegemund unterstützte uns tatkräftig mit seinem Wissen.

Erstmalig kam auch unser „Lausitzer Buddelkasten“ zum Einsatz: mit versteckten „Rohstoffen“ (Glasmurmeln, Kohlebrocken, Tonscherben, kleine Findlinge) im Sand erzählte er die Geschichte des Muskauer Faltenbogens nach. Er hatte bei unseren kleinsten Besuchern regen Zulauf und brachte zahlreiche Kinderaugen zum Leuchten, wenn sie einen kleinen Schatz aus den „Tiefen des Untergrundes“ geborgen hatten. Diesen durften sie natürlich behalten!

Für die Umsetzung dieser Idee danken wir noch einmal herzlich unseren Sponsoren:

- dem TOOM Baumarkt Detlef Peter OHG für den Holzsandkasten

- der Kiesgrube Martin in Kromlau für den feinen Spielsand

- der GMB GmbH für die Findlinge, Raseneisensteine und Windkanter

- und der Vattenfall Europe Mining GmbH für den Torf und die Braunkohle!

Sommer- statt Frühlingsspaziergang

Der Europäische und Globale Geopark Muskauer Faltenbogen konnte am 30.08.2013 endlich die Wanderung durch die Altbergbaulandschaft „Alte Grube Hermann“ bei Weißwasser nachholen. Angedacht war, die Tour im Rahmen der Aktion des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) „Frühlingsspaziergang 2013“ bereits am 07.06. durchzuführen. Sie fiel jedoch buchstäblich ins Wasser, da es nach nur wenigen zu regnen begann und nicht mehr enden wollte.

Am 30.08. verwöhnten die Teilnehmer dafür Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Rund 20 Wanderer begleiteten das Geoparkteam durch die vielgestaltige und bunte Seenlandschaft rund um Weißwasser. Am meisten beeindruckten die Vielfalt der Seen der alten Grube, die sich nicht nur farblich, sondern auch in der Gewässerökologie deutlich unterscheiden. Imposant und bizarr zugleich wirkten die aufgrund des Wasseranstiegs abgestorbenen Bäume, insbesondere Birken, die die Ufer säumten. Hunderte weißer Stämme spiegelten sich im Wasser und ließen das Szenario unwirklich erscheinen.

Der Tief- und Tagebau auf Braunkohle und hochwertige Tone hat nicht nur in der Grube Hermann deutliche Spuren hinterlassen. Überall im Faltenbogen sind die Eingriffe des Menschen allgegenwärtig, die die bizarre und einmalige Kulturlandschaft formten. Aktuelle Probleme in der Grube Hermann sind jedoch der hohe Wasserstand und andererseits die Handhabe mit den teils gefährlichen Altlasten. Hier konnte anhand der Deponie Philippine gut nachvollzogen werden, welcher Aufwand zur Sanierung notwendig und gerade bei unsicherem Untergrund wie im Faltenbogen erforderlich war. Die Teilnehmer erfuhren, dass die Sanierung 2010 erfolgreich zum Abschluss gebracht werden konnte.

Die Wanderer aus Forst, Weißwasser, Hähnichen und sogar aus Hildesheim waren sichtlich beeindruckt von der regionalen Geschichte und der landschaftlichen Vielfalt im Geopark Muskauer Faltenbogen.


Resümee Geoparktage im Muskauer Faltenbogen

Am 11. und 12. Mai 2012 fanden wieder die beliebten Geoparktage im Muskauer Faltenbogen statt. Zahlreiche Vorträge, bspw. zu den Fischen und Sauriern des Zechsteins in der Alten Ziegelei Klein Kölzig, sowie diverse Führungen u. a. zum Felixsee, auf der Altbergbautour oder zu den Drachenbergen in Krauschwitz sorgten für ein abwechslungsreiches Programm. Die Tonbahn in Klein Kölzig und die Waldeisenbahn Bad Muskau boten Einblicke in die bergbauliche Geschichte des Geoparks, die zu Fuß oder mit dem Rad so nicht möglich sind. Erstmals beteiligte sich auch unser Partner Handwerk- und Gewerbemuseum Sagar und hielt Tür und Tore für interessierte Besucher außerplanmäßig offen.

Das volle Programm finden Sie hier zum download: Geoparktage 2013.pdf (7 MB)

Resümee Anradeln im Geopark am 27. April

Das Anradeln im Geopark unter dem Motto "Mit Zwackeisen und Pottasche - Auf den Spuren des Glases rund um Döbern" fand nach einem zweiten Anlauf 27. April statt. Mit dem Geoparkbüro starteten 10 weitere Teilnehmer im nieselig-kalten Wetter um 10 Uhr in Richtung Wolfshain.

Die Tour führte uns über die Themenradwege Glas und Geologie durch Friedrichshain entlang der Grube Julius, mit der im Jahre 1843 der Braunkohleabbau im Muskaur Faltenbogen offiziell begann. Die Teilnehmer staunten über den Aufwand, der damals die Kulturlandschaft des Faltenbogens vollkommen veränderte. In Tzschernitz gab es einen Zwischenstopp in der Heimatstube in der Roten Schule, in der die Ausstellung mit zahlreichen historischen Dokumenten erläutert wurde.

Aufwärmen konnten sich die Teilnehmer in Bettys Bistro, die uns mit leckerem Essen verwöhnte. Der anschließende "Schlußspurt" durch Eichwege und Döbern wurde gekrönt durch den Besuch der Glasmanufaktur Cristalica. Ein Blick hinter den Kulissen in der Glaspyramide und anschließend im Werk ließ so manchen Teilnehmer in die Vergangenheit schweifen. Eine rundum schöne und interessante Tour - so der Tenor der Teilnehmer. Vielleicht klappt es beim nächsten Anradeln 2014 ja auch mit dem Wetter!
Bericht zum deutsch-polnischen Schulprojekt unter der Rubrik "Geopark macht Schule!" eingestellt!

Resümee 3. Schneetreiben in Krauschwitz

Am 02. Februar 2013 fand das 3. „Schneetreiben“ in Krauschwitz statt. Den engagierten Mitstreitern der Arbeitsgruppe Eiszeitdorf gelang es nun schon zum dritten Mal, den historischen Hintergrund um die erdgeschichtliche und rohstofflich-industrielle Entwicklung um Krauschwitz mit Spaß und Spiel zu verbinden. Zahlreiche Angebote, u. a. eine Rodelpiste, Möglichkeiten zum Schneeschuhlauf oder Drachengolfspielen, eine Drachenbergwanderung und Informationen zum Muskauer Faltenbogen lockten am Sonnabendnachmittag rd. 200 Gäste auf das Gelände.

Höhepunkt war der Besuch der „Füchse“ Sean Fischer, Kevin Lavallee, Steven Tarasuk und Matt McKnight mit ihren Managern Ralf Hantschke und Gregor Fietze (Marketing). Diese hatten wohlweislich am Freitag bereits abgehobeltes Eis aus dem Eisstadion Weißwasser für die Ausstattung der Pisten zur Verfügung gestellt und damit winterliches Flair verbreitet. Die anschließende Autogrammstunde und eine Runde Drachengolf freuten viele Füchsefans. Damit etabliert sich das Eiszeitdorf Krauschwitz mehr und mehr als ein touristischer Baustein im GeoPark Muskauer Faltenbogen.

Hochschule Zittau-Görlitz stellt Ideen zur Gästeführung im Geopark vor

Rund 20 Studenten der Hochschule Zittau-Görlitz, Modul Gastmanagement I, haben seit Oktober 2012 unter Leitung von Herrn Klähnhammer an Vorschlägen für ein Wegeleitsystem im Geopark Muskauer Faltenbogen gearbeitet. Die Ergebnisse wurden nun am 25.01.2013 in Görlitz Vertretern des Fördervereins Geopark Muskauer Faltenbogen e. V., des Amtes Döbern-Land, des Geoparkbüros und Experten aus dem Planungsbereich vorgestellt.

Die Studenten präsentierten den interessierten zuhörern ein konsequentes und mehrstufiges Wegeleitsystem für das gesamte Geoparkgebiet und brachten damit eine andere Perspektive in die bisher verfolgten Ideen ein. In der anschließenden Diskussion entwickelten sich praktische Lösungsansätze für die Umsetzung des Projektes im länderübergreifenden Geoparkgebiet, das nicht nur allein der unterschiedlichen Rechtslagen wegen vor einer komplexen Aufgabenstellung steht. Aus diesen Anforderungen heraus wurde die Möglichkeit zu einer weiteren und vertiefenden Zusammenarbeit mit der Hochschule Zittau-Görlitz sehr begrüßt.

Das Geoparkbüro und die Träger des Projektes danken den Studenten für ihre engagierte Arbeit, mit der ein wichtiger Grundstein für die weitere PLanung und Umsetzung des Projektes gelegt werden konnte!