Gegenwart

Heute bietet der Muskauer Faltenbogen eine wundervolle und einzigartige Erholungslandschaft, in der sich allerorten Spuren der vielgestaltigen Industrie- und Rohstoffgeschichte finden lassen.

Zu ausgedehnten Wanderungen laden  die zahlreiche Restseen ein, die in allen erdenklichen Farben schimmern. Sie liegen oftmals nah beieinander und erhöhen dadurch den ästhetischen Wert des Spazierganges. Besonders beeindruckend sind die Bruchfelder des Tiefbaus, die nunmehr ebenfalls flächig mit Wasser bedeckt sind. Die darauf gewachsenen Bäume gerieten mit der oftmals erst nach Jahrzehnten erfolgten Senkung der Oberfläche über den unterirdischen Grubenbauten ebenfalls unter Wasser und starben ab. Viele schwarze Baumstümpfe ragen nun aus dem Wasser heraus und verleihen der Landschaft ein bizarres Szenario.

Unberührte Gieserlandschaften gibt es bei Krauschwitz und Bohsdorf. Hier kann der Wanderer die durch geologische Vorgänge geformte, stark im Relief bewegte Landschaft, die rein natürlichen Ursprungs ist, deutlich erkennen. Geschlossene Waldgebiete sorgen für einen hohen Erholungswert in der Gieserlandschaft.

Geschichte läßt sich in den Dörfern und Städten des Geoparkes entdecken. Typisch sind die sorbischen Siedlungen mit  kleinen Hofstellen, die als Anger- oder Straßendörfer, teilweise auch als Rundling vorzufinden sind. Die Städte im Faltenbogen erlebten ihre Blütezeit während der Industrialisierung. die dörflichen strukturen, auf denen sie gründeten, sind heute noch zu sehen. Ihre Entwicklung zur Stadt erfolgte zumeist erst im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als zahlreiche Glashütten und keramische Betriebe aus dem Boden schossen. Typisch sind daher die rechtwinklig angelegten Straßenzüge um den Marktplatz, die Stadtvillen des 20. jahrhunderts und die Jugendstilbauten. Allerorten wurden dafür die regionaltypischen gelben Ziegel verwendet. Die gelbe Farbe resultiert aus der Eisenarmut des hiesigen Tones.

Auch große Industriebauten - vornehmlich Glashütten, Brikettfabriken, Tonwarenfabriken, Sieb- und Sortieranlagen - sind aus dem tyoischen gelben Ziegel gefertigt worden. Kleinere Relikte, wie Grubenmundlöcher und geneigte Ebenen, findet man in den Wäldern rund um die Städte und Dörfer des Faltenbogens.

Produzierende Gewerbe gibt es heute nicht mehr in allzu großer Anzahl. Aber neben dem hohen Wissensstand sind in der Region auch kleinere Betriebe erhalten geblieben, die hochwertige Produkte herstellen. Zu nennen sind hier nach wie vor an erster Stelle die Glaswaren - gefertigt in Glashütten und veredelt in kleinen Werkstätten in Döbern und Weißwasser, sowie Tonwaren - hergestellt mit traditionellen Brenntechniken vor allem in Krauschwitz und Jethe.

Ein dichtes Radwegenetz verbindet die Orte im Geopark Muskauer Faltenbogen und lädt zu interessanten Touren ein. Der Gast kann den Spuren der Glasindustrie folgen oder sich auf die Fährte der Geologie-, der Altbergbau-, Endmoränen- oder Hermannsdorfer Tour begeben. Regionale Produzenten bieten Überraschendes: Wein von der Endmoräne, Ziegenkäse aus dem Neißetal, Schokoladiges aus einem verschlafenen Örtchen am Rande des Faltenbogens.

Die Reise lohnt sich!

Weitere Informationen erhalten Sie in der Geschäftsstelle des Geoparkes oder in den Touristinformationen der Region.