Landschaft


Querschnitt durch einen Gieser

Bergbaufolgelandschaften

Die Landschaft des Muskauer Faltenbogens wurde durch den Menschen erheblich verändert. Neben dem Sand- und Tonabbau hinterließ vor allem der Braun-kohlenbergbau seine Spuren und hat die Landschaft stark verändert. Auffallend sind die durch den Pfeilerbruchbau entstandenen Bruchfelder, die inzwischen wieder mit Bäumen bestockt sind. Aus den Tongruben und Braunkohlentagebauen enststanden Bergbaurestgewässer. Sie wurden zu Seen und entwickelten sich und wurden zu Naherholungsgebieten ausgebaut. Der überwiegende Teil der Gewässer wird jedoch einer natürlichen Sukzession überlassen und entwickelt sich nach und nach zu ökologisch wertvollen Biotopen, die schon als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden konnten.

Gieser, eine Besonderheit im Faltenbogen

Oft wird das Gebiet des Muskauer Faltenbogens von einer ungewöhnlich welligen Landschaft geprägt. Das Innere wird hier von schmalen, scharf eingeschnittenen, abflußlosen Tälern durchzogen. Sie werden seit Alters her als Gieser bezeichnet. Der Name geht auf das wendische Wort jezero: Sumpf zurück und bedeutet, daß die Gieser häufig einen feuchten oder nassen Talboden haben.

Durch die stauchende Wirkung des Muskauer Gletschers wurden die Schichten des Untergrundes gefaltet und verschuppt. Die Braunkohle begann an der Erdoberfläche unter dem Einfluß von Luftsauerstoff und Bodenfeuchtigkeit zu verwittern. Dieser Prozeß ist vergleichbar mit den Vorgängen in einem Komposthaufen, der im Laufe der Zeit immer kleiner wird. Genauso senkt sich die Erdoberfläche über der Braunkohle ein und es entstehen die Gieser. Reizvoll ist die Gieserlandschaft, weil sich auf engem Raum immer wieder trockene kiefernbestandene Hochflächen mit feuchten Standorten, die mit Birken, Fichten, dem Faulbaum, dem markanten Adlerfarn und Pfeifengras bewachsen sind, abwechseln.